Wie geht es weiter mit der Südbahn und der Neubaustrecke Wendlingen-Ulm?

Veröffentlicht am 11.06.2013 in Politik

Mittels einer kleinen Anfrage an die Bundesregierung erfragte die Landesgruppe Baden-Württemberg der SPD- Bundestagsfraktion den  "Sachstand wichtiger Verkehrsprojekte für Baden-Württemberg" . Die Ulmer Bundestagsabgeordnete Hilde Mattheis erkundigte sich dabei nach dem Stand der Neubaustrecke Wendlingen-Ulm und der Elektrifizierung der Südbahn. Nun liegen die Antworten der Bundesregierung vor (Drs. 17/13198):

Wie ist der aktuelle Planungsstand der Neubaustrecke Wendlingen-Ulm?

Nach Angaben der DB AG liegen für vier der sechs Abschnitte der Neubaustrecke Wendlingen-Ulm (NBS) inzwischen Planungsfeststellungsbeschlüsse vor. Für den westlichsten Abschnitt 2.1 ab zwischen Wendlingen und Kirchheim unter Teck mit dem 8,2 km langen Albvorlandtunnel und für den östlichsten Abschnitt 2.5a1 Ulm Hauptbahnhof werden die Beschlüsse demnach bis spätestens 2014 erwartet. Derzeit befinden sich laut DB AG alle planfestgestellten Abschnitte in Realisierung. So konnten bereits vier Brücken fertiggestellt werden. Für den Steinbuhl- (5,8 km lang), Boßler- (8,8 km lang) und den Widderstall-Tunnel (1 km lang) starteten die Bauarbeiten, so dass bereits die Hälfte aller 30 Tunnelkilometer der NBS im Bau sind. Die eigentlichen Tunnelanschläge des Steinbühl- und Boßlertunnels sind demnach für diesen Sommer geplant. Beide Tunnel sollen im Rohbau 2018 fertig sein. Auf der Albhochfläche zwischen Hohenstadt und Dornstadt laufen die Bauarbeiten planmäßig in Zusammenarbeit mit dem sechsstreifigen Ausbau der parallel verlaufenden Autobahn A8. Demnächst sind durch die DB AG die Vergaben der Bauarbeiten für die Filstalbrücke zwischen dem Steinbühl- und Boßlertunnel und dem Albabstiegstunnel zwischen Dornstadt und dem Ulmer Hauptbahnhof (5,9 km lang) vorgesehen.

Zu welchem Termin wird nach aktuellem Planungsstand die Elektrifizierung der Südbahn abgeschlossen sein? 

Die fünf Planfeststellungsverfahren wurden begonnen. Das Baurecht für die Gesamtstrecke könnte nach hiesiger Einschätzung vsl. ab 2014 erlangt werden. Sobald das Baurecht erlangt wurde und die die Finanzierung gesichert ist, könnte mit dem Bau begonnen werden. Die Bauzeit beträgt nach Angaben der DB Netz AG rd. 36 Monate.

Aus welchem Grund und in welchem Umfang gibt es Kostensteigerungen beim geplanten Ausbau mit Elektrifizierung bei der Südbahn von Ulm über Biberach und Ravensburg bis Friedrichshafen und weiter bis Landau?

Die DB Netz AG hat im Rahmen der Durchführung der Vorentwurfsplanungen erkannt, dass nicht sämtliche Gewerke Eingang in die Kostenschätzung gefunden haben. Derzeit geht die DB Netz AG von Gesamtinvestitionskosten in Höhe von rd. 226 Mio. Euro aus.

Welche Zeitverzögerungen gibt es gegenüber der ursprünglichen Planung und was ist der Grund hierfür?

Bislang ist absehbar, dass sich die Bearbeitungszeit der Planfeststellungsverfahren von den ursprünglich im August 2011 veranschlagten 12 Monaten je Planfeststellungsantrag auf nunmehr 24 Monate verdoppelt hat.

Wie verteilen sich die Kosten und Mehrkosten für den Ausbau und die Elektrifizierung der Südbahn von Ulm bis Friedrichshafen und Lindau?

Bis zum Abschluss der Finanzierungsvereinbarungen kann nicht von Mehrkosten gesprochen werden. Eine Zuschneidung der Kosten auf einzelnen Streckenabschnitte hat die DB Netz AG nicht vorgelegt.

Welche Lärmschutzmaßnahmen insbesondere zwischen Friedrichshafen und Lindau werden im Zuge der Elektrifizierung der Südbahn umgesetzt?

Für die Südbahn als Bedarfsplanvorhaben wird der Lärmschutz im Rahmen der gesetzlich vorgegebenen Lärmvorsorge geplant und finanziert. Zu Art und Umfang der bei der Realisierung des Vorhabens anfallenden Lärmvorsorgemaßnahmen liegen der Bundesregierung keine näheren Informationen vor.
 

 

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