Politischer Besuch beim Gesundheitsdienstleister Häussler:

Veröffentlicht am 06.04.2016 in Unterwegs

Mit den täglichen Schwierigkeiten im Gesundheitsmarkt befaßten sich Staatssekretär Lutz Stroppe aus dem Bundesgesundheitsministerium in Begleitung der gesundheitspolitischen Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion Hilde Mattheis bei einem Firmenbesuch von Häussler in der Jägerstraße.

Zwischen den Krankenkassen und den Leistungserbringern im Gesundheitssystem knirscht es immer wieder. Insbesondere bei den Dienstleistern und Leistungserbringern von Hilfsmitteln. Diese Erkenntnis nahm Staatssekretär Lutz Stroppe (CDU) aus dem Bundesgesundheits-ministerium am Dienstag von einem Firmenbesuch in Begleitung der SPD-MdB Hilde Mattheis mit nach Berlin. Die beiden Poliktiker befaßten sich drei Stunden lang mit den Problemen eines mittelständischen Betriebes in dieser Branche, zeigten sich sehr interessiert und versprachen, die diskutierten Sachverhalte in die Beratungen im Bundestag mit einzubringen. Vor der Sommerpause soll dies noch geschehen. Häussler wird dieses Jahr 100 Jahr alt.

Insbesondere den bürokratischen Ballast monierten die Häussler-Geschäftsführer Armin Zepf, Alexander Pohl und Hans-Peter Dahlmann. Oftmals wisse man nicht, ob es Willkür oder Organisationsdefizite bei den Krankenkassen sind. Dies zeige sich bei rund 105 Krankenkassen und über 300 mit ihnen geschlossenen Verträgen. Eine schwierige Aufgabe, denn jede Kasse will die Dinge anders aufgeliefert haben oder hat sonstige Eigenheiten. Dies erschwert auch einem großen leistungsstarken Anbieter wie dem regionalen Marktführer Häussler das Geschäft. Und wenn in einem Stapel an Abrechnungen auch nur bei einer nicht alle Formalien eingehalten werden,  würde der gesamte Stapel zurückgeschickt. Mit der Folge, dass es kein Geld gibt. Für ein Unternehmen mit etwa Euro 16 Millionen Umsatz und über 150 Beschäftigten immer wieder eine Herausforderung. Der breit aufgestellte Anbieter für Medizin-und Rehatechnik sowie Orthopädie hat in der Herrlinger Straße in den vergangenen zwei Jahren ein großes Logistikzentrum aufgebaut und kann von dort aus auf 30.000 Artikel zugreifen, die mit 30 Aussendienst- Mitarbeitern Fahrzeugen  zum Kunden gebracht werden. Pro Jahr kommen 8.000 Kunden neue dazu. Das Unternehmen greift daher auf den Reha Vital Leistungsverbund zurück, eine Einkaufsgenossenschaft, mit einem Außenumsatz von etwa Euro 750 Millionen. Dort ist Alexander Pohl seit kurzem im Aufsichtsrat tätig.

Häussler setzt auf Qualität. Darum werden im Forum mehr als 50 Veranstaltungen im Jahr für mehr als 2000 Teilnehmer angeboten. Hier wird geschult, was in der Praxis von den Fachleuten der Pflege gebraucht wird. Alexander Pohl:" Wir wünschen uns mehr Beratungsprotokolle der Patienten zur Steigerung der Qualität." Das sei auch in einem Markt mit großem Versorgungs-und Preisdruck notwendig. Der Häussler-Geschäftsführer sprach in seinem Fachvortrag im Beisein mehrerer Fachleiter unklare Regelungen für das koordinierte Entlassmanagement von Patienten aus  den Kliniken an. Dabei seien die Wahlfreiheit und die Willenserklärung des Patienten sehr wichtig. Zu kritisieren sei auch, dass das Sachleistungsprinzip ausgehöhlt werde. Entgelte für Pauschalen würden von den Kassen bewußt unter der Versorgungssicherheit unter den Stichworten "ausreichend", "wirtschaftlich" und "zweckmässig" verhandelt. Die Folge seien dann unnötig viele private Zuzahlungen, die durch Patienten notwendig würden. Vorbildlich seien Versorgungspauschalen wie sie die AOK Bayern leiste. "Dann weiß jeder Versorger, wie er sich beispielsweise mit der Anschaffung eines Badewannenlifters oder Rollators verhalten muß", so Pohl. Gefährlich findet er Tendenzen wie bei der Inkontinenz-Versorgung, dass alles nur noch über Preis und Menge im Markt gehe und sich reihenweise die kleinen Anbieter hieraus aus Rentabilitätsgründen verabschieden müßten. Die Gefahr bestehe, dass sich dies in anderen Bereichen fortsetze.

Staatssekretär Lutz Stroppe hatte dann abschließend den Vorschlag, die auf Bundesebene geschlossenen Verträge zu überprüfen, damit die Qualitätskriterien stärkere Berücksichtigung fänden und die Beratung des Patienten deutlich verbessert würde. Das wäre ein Fortschritt.

Text und Foto: Roland Schütter

 

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