Mehr Personal für die Pflege

Veröffentlicht am 16.06.2016 in Veranstaltungen

„Das neue Pflegeberufegesetz ist ein wichtiger Baustein, um die Attraktivität des Berufs zu steigern, auch wenn damit nicht alle Probleme in der Pflege gelöst werden“, betonte die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion Hilde Mattheis. Etwa 45 Beschäftigte in der Pflege diskutierten in der Akademie für Gesundheitsberufe mit der Ulmer Parlamentarierin über die Pläne, eine generalistische Ausbildung „Pflegefachkraft“ statt der bisherigen Differenzierung in Alten-, Kinder- und Krankenpflege einzuführen.

Die Personalrätin Jana Langer vom Universitätsklinikum Ulm bringt es auf den Punkt: „Wir brauchen mehr Personal, unbefristete Verträge, bezahlte Weiterbildungen und ein höheres Einkommen“. Dies sei eine Frage für Tarifverhandlungen, in die sich die Politik nicht einmischen dürfe: „Wenn Sie sich organisieren und gemeinsam für Ihre Rechte kämpfen, können Ihre Forderungen eher durchgesetzt werden“, appellierte Mattheis an die Pflegebeschäftigten. Um gegen den Personalmangel zu kämpfen, wurden aus dem Publikum Forderungen nach gesetzlich geregelten Begrenzungen der Patientenzahlen pro Pflegekraft laut.

 

Eine Lohnsteigerung steht wohl den Altenpflegerinnen bevor: „Die Altenpflegeeinrichtungen werden unter Druck kommen, höhere Gehälter zu zahlen, dadurch muss aber der Pflegesatz steigen“, kündigte Martin Grünitz, Stiftsdirektor des Curanum Seniorenstifts höhere Selbstbeteiligungen für die Bewohner an.

 

Ausgewogen waren die Stimmen pro und contra Generalistik und Akademisierung der Pflegeberufe. Durch die Generalistik werde die Durchlässigkeit erhöht und Beschäftigte könnten leichter zwischen den Einrichtungen wechseln, erhofft sich die Politik vom neuen Pflegeberufegesetz. Probleme bei der Umsetzung sind vor allem organisatorischer Natur: „Das Nadelöhr bei der generalistischen Ausbildung ist die Pädiatrie. Wir haben nicht genügend Plätze, um allen Auszubildenden Fachpraxis in der Kinderkrankenpflege zu vermitteln“, betonte Lara Hinz, Fachleitung der Schule für Pflegeberufe. „Wir geben den Einrichtungen und Schulen ausreichend Zeit, sich auf die neuen Vorgaben einzustellen. Es gilt erst ab 2019“, erläuterte Mattheis.

 

Willkommen!

Hilde in Social Media