Mattheis: Kein Automatismus zwischen Widerspruchslösung und Organspendezahlen

Veröffentlicht am 27.08.2018 in Pressemitteilungen

Berlin, 27. August 2018 – Zur aktuellen Debatte über die Einführung einer Widerspruchslösung zur Erhöhung der Zahlen von Organspenden in Deutschland äußert sich die Bundestagsabgeordnete Hilde Mattheis, Berichterstatterin der SPD-Bundestagsfraktion für das Thema Organspende:

„Ich halte es für sehr verkürzt, aufgrund problematisch niedriger Organspendezahlen eine Widerspruchslösung einzuführen. Es gibt keinen Automatismus, dass eine Widerspruchslösung zu mehr Organspenden führt. Bulgarien hat eine Widerspruchslösung, die Organspendezahlen sind aber niedriger als hierzulande. Die USA dagegen konnten bei einer Entscheidungslösung ihre Bereitschaft zur Organspende erhöhen. Wir müssen hier also ganz andere Themen stärker in den Fokus der Debatte rücken.“

„Die Einführung eines Transplantationsregisters im vergangenen Jahr war ein erster Schritt zur besseren Organisation der Organspende. Hier müssen wir weiter arbeiten. Die Freistellung und bessere Bezahlung der Transplantationsbeauftragen in den Krankenhäusern ist oberstes Gebot. Zudem mangelt es schon an der Identifikation potentieller Organspender in den Krankenhäusern. Hier brauchen wir eine Änderung der Vergütung und Entlastung für ärztliches und pflegerisches Personal. Auch die Frage der Aufklärung der Bevölkerung müssen wir in den Blick nehmen. Ich erwarte, dass der Bundesgesundheitsminister bei der angekündigten Reform den Blick auf diese Fragen lenkt, um die Organspende in Deutschland wirklich voranzubringen.“

 

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