Hilde Mattheis: Gesundheitsämter sind Schwachstellen beim Kampf gegen Corona-Virus

Veröffentlicht am 30.01.2020 in Pressemitteilungen

Berlin, 30.01.2020 – Beim Schutz der Bevölkerung vor Ausbreitung von Seuchen und Krankheiten wie dem Corona-Virus kommt dem Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) eine tragende Rolle zu. Dieser ist aber dafür denkbar schlecht aufgestellt, sagt die Bundestagsabgeordnete Hilde Mattheis, Berichterstatterin der SPD-Bundestagsfraktion für den ÖGD.

„Fakt ist: Die Gesundheitsämter als zentrale Säule des ÖGD sind bundesweit schlecht aufgestellt. Zahlreiche Stellen wurden in den vergangenen Jahren gekürzt, gestrichten oder konnten nicht besetzt werden.“, monierte Mattheis. „Das vorhandene Personal tut sein Möglichstes, aber die Gefahr besteht, dass im Falle einer sich schnell verbreitenden Krankheit, Informationen nicht weiter gegeben werden können und der Bevölkerungsschutz nicht so funktioniert, wie es Aufgabe des ÖGD wäre.“

Zum Öffentlichen Gesundheitsdienst gehören die kommunalen Gesundheitsämter, Veterinär- und Lebensmittelaufsicht sowie weitere Gesundheitsbehörden. Hauptverantwortung für den ÖGD tragen Länder und Kommunen. Die Zahl der dort beschäftigten Ärztinnen und Ärzten ist nach Angaben des Berufsverbands der Ärzte im Öffentlichen Gesundheitsdienst (BVÖGD) in den vergangenen 20 Jahren um ein Drittel gesunken. In den rund 400 Gesundheitsämtern arbeiten heute nur noch ein Prozent der in Deutschland tätigen ÄrztInnen. Der BVÖGD fordert deshalb neben anderen Maßnahmen eine bessere Bezahlung der ÄrztInnen durch einen besseren Tarifvertrag, analog zur Bezahlung von ÄrztInnen im Krankenhaus.

Mattheis ergänzte: „Ich gehe davon aus, dass die zuständigen Stellen in Deutschland gut vorbereitet sind auf die jetzige Situation einer möglichen Ausbreitung des Corona-Virus. Die Gesundheitsämter sind aber die Schwachstelle im System. Ich fordere daher neben Ländern und Kommunen auch die Bundesregierung auf, hier endlich über mögliche Änderungen der Finanzierung und Personalakquise zu sprechen, damit sich endlich etwas bewegt. Der erste Schritt wäre mindestens eine Bund-Länder-Initiative, um die indiskutablen Zustände im ÖGD zu verbessern.“

 

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