Flüchtlingshelferinnen zwischen Anerkennung und Bürokratie

Pressemitteilungen

„Die Wohnsitzauflagen für Flüchtlinge sind schlecht - ich würde sogar sagen integrationsfeindlich“,
erzählt die Vorsitzende der Flüchtlingshilfe Blaustein, Carmen Lindner.
Die Bundestagsabgeordnete Hilde Mattheis und die Arbeitsgemeinschaft für sozialdemokratische
Frauen (AsF) hatten Lindner und die Flüchtlingshelferin Ulrike Moll zum Frauenempfang ins Ulmer Haus der Donau eingeladen, um von den Stolpersteinen und Erfolgen bei ihrer ehrenamtlichen Arbeit zu berichten. 

Ulrike Moll, ehrenamtlich und quasi „selbstständig“ als Flüchtlingshelferin tätig, berichtete
den Gästen von der Vielseitigkeit der Probleme der Geflüchteten: „Ich versuche in allen Belangen zu helfen, gehe auf Ämter, unterstütze beim Lernen der deutschen Sprache, vermittle, versuche Gleichstellung vorzuleben. Mein Handy ist 24 Stunden am Tag an.“

Auf die Nachfrage aus dem Publikum warum sie das alles mache, antwortet Moll: „Wenn einer der Flüchtlinge Mutter zu mir sagt, dann weiß ich wofür ich das tue. Die Anerkennung und die Dankbarkeit sind groß. Es ist einfach ein gutes Gefühl etwas geben zu können.“


Beide Flüchtlingshelferinnen sind sich allerdings einig, dass viele Schwierigkeiten vermieden werden könnten. Die Wohnsitzauflagen für Flüchtlinge, die besagen, dass die Geflüchteten nur an dem Standort an dem sie gemeldet sind, eine Wohnung beziehen dürfen, sind schwer bis gar nicht umzusetzen. „Da ist ein Flüchtling in Blaustein gemeldet und findet für sich und seine Familie eine anständige Wohnung in Ulm, und dann darf er diese nicht beziehen? Das ist doch Unsinn, “ so Lindner.


„Wenn die Auflagen so bleiben, dann muss die Stadt Blaustein schleunigst den sozialen
Wohnungsbau vorantreiben und außerdem endlich Mindeststandards für den Wohnraum einführen“, so Lindner weiter. Andere Schwierigkeiten sind aus der Sicht von Moll nicht so leicht zu beseitigen: „Die Unterbringung der Kinder in Schulen stellt alle Flüchtlingshelfer, Lehrer und
Erzieher vor große Schwierigkeiten. Das Niveau innerhalb der Vorbereitungsklassen
ist so unterschiedlich und die Vorbildung der einzelnen Kinder überhaupt nicht miteinander
zu vergleichen. Der Weg in die Schulen wird für viele Flüchtlingskinder schwieriger werden als angenommen wurde. Hier gibt noch eine Menge zu tun“, so Moll weiter.

Für die beiden Frauen steht fest, dass sie weiterhin einen Großteil ihrer Zeit für die Flüchtlingshilfe aufbringen werden, „auch wenn es mittlerweile oft traurig ist, denn die ersten „meiner“ Flüchtlinge sind bereits zurück in die Herkunftsländer geschickt worden, wo sie teilweise ja auch nicht wissen, was sie erwartet“, so Lindner.

Auch die Bundestagsabgeordnete Hilde Mattheis bekräftigt, dass sie es kritisch sieht, Afghanistan als sicheres Herkunftsland zu klassifizieren: „Ich bin mir nicht sicher, ob die Sicherheit der zurückgeschickten Flüchtlinge gewährleistet ist. Es ist schwierig genau einzugrenzen welche Bereiche Afghanistans momentan sicher sind und welche nicht“, beschloss Mattheis zum Abschluss der Fragerunde.

Bild: Die Bundestagsabgeordnete Hilde Mattheis im Gespräch mit Carmen Lindner, Ulrike Moll und Ulrike Schanz beim Frauenempfang im Haus der Donau (v.li)

 
 

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